Über die Psyche des PON

Auf dieser Seite möchte ich Ihnen einen (durchaus sub­jektiv ge­färbten) Über­blick über die Cha­rak­terei­gen­schaften und "Ma­rotten" des PON an und für sich geben!



Die Psyche des PON II

Be­ob­ach­tungen und Er­fah­rungen von PON-Be­sit­zern

 

Dies wird ein kom­plexes Thema... und ich werde es in ver­schie­dene Ru­briken zu­sam­men­zu­fassen. Es sei an­ge­merkt - es trifft nicht auf jeden PON zu.

 

Was ist das ty­pi­sche PON - Ver­halten ?

Na­tür­lich die Bell­freu­dig­keit, aber dies nicht aus Sinn­lo­sig­keit, son­dern

 

„Bellen ist ein Aus­druck der Kom­mu­ni­ka­tion sowie ein Aus­druck von Ge­füh­len“.


Warum wollen wir nicht dass un­sere Hunde bellen?

- Angst vor Nach­barn oder der Ge­sell­schaft.

 

Dabei gibt es un­ter­schied­li­ches bellen:

Auf­re­gung/Stress/ Auf­merk­sam­keit/Be­wa­chen/Warnen/ Drohen/Ein­schüch­te­rungen

- wenn je­mand das Grund­stück / Haus be­tritt oder an der Tür klin­gelt

- bei Be­grü­ßung ( von Be­su­chern, Fa­mi­li­en­mit­glie­dern)

 

 

Spie­lauf­for­de­rungen

- in Auf­bruch­stim­mung ( zum Spa­zier­gang, Hun­de­platz, spielen zwi­schen Hund und Mensch)

 

sowie

Angst / Ein­sam­keit oder Un­ter­for­de­rung

 

Ein Bei­spiel: Im Hun­de­sport (wie Agi­lity oder Treib­ball), da gibt es PONs die lautlos ar­beiten aber wie­derum auch PONs die ohne Un­ter­bre­chung kläffen, be­dingt durch den her­vor­ge­ru­fenen Trieb oder durch die Un­stim­mig­keit zwi­schen dem Hun­de­führer und dem Hund.

 

Wie be­reits er­wähnt, sind PONs sehr wachsam, vom leisen „Wuf­fen“ bis hin zum laut­starken Alarm­ge­bell melden manche PONs schon die kleinsten Ge­räusche. Dieses Ter­ri­to­ri­al­ver­halten kann sich na­tür­lich auch auf die Be­reiche au­ßer­halb des Wohn­raums be­ziehen, wie z.B. im Auto, auf Spiel­wiesen, Hun­de­platz etc.

 

Stimm­liche Dar­bie­tungen sind auch zu er­warten wenn je­mand ihrem Men­schen oder dem Rudel zu nahe kommt. Ei­nige PONs dulden eine An­nä­he­rung bis auf ein paar Zen­ti­meter, an­dere da­gegen viel­leicht nur auf ei­nige Meter.

 

Der PON be­nutzte seine Stimme um an den Schafen zu ar­beiten oder den Hof zu be­wa­chen. Das ist mit der Ent­ste­hungs­ge­schichte dieser Rasse ver­knüpft. Es macht keinen Sinn ihm das Bellen ab­ge­wöhnen zu wollen. Loben sie ihn nach seiner Laut­äu­ße­rung und for­dern sie ihn auf das Bellen ein­zu­stellen. Es funk­tio­niert, wenn Sie kon­se­quent sind. Wenn es an der Tür klin­gelt, lassen sie ihn bellen (hüten,wa­chen) er will be­wa­chen, loben sie ihn und weisen sie ihm einen Platz zu, ab jetzt über­nehmen sie. Auch dies wird klappen wenn Sie kon­se­quent sind. Aber denken Sie daran, es macht keinen Sinn, einem un­ter­for­derten Hund das Bellen ab­zu­ge­wöhnen der gerne Ac­tion möchte und sein Be­sitzer in 10 Mi­nuten fragt „ Ja, was hast du denn ?, Ja, was willst du denn?. und der dann end­lich den lan­ger­sehnten Ball wirft. Aus PON-Sicht lohnt sich dann jedes „Ge­kläffe“.

 

Nicht jeder PON ist ein „Kläf­fer“ aber diese Rasse hat nun einmal die ge­ne­ti­sche Ver­an­la­gung häu­figer an­zu­schlagen. Die Häu­fig­keit ist aber von ei­nigen Fak­toren ab­hängig:

- Per­sön­lich­keit des Hundes (Ner­vöser oder eher ru­higer Typ)

- kör­per­liche und geis­tige Aus­las­tung des Hundes

- An­zahl der Hunde in ihrem Haus­halt (Rudel)

- Per­sön­lich­keit des Men­schen (Stim­mungs­über­tra­gung)

- und na­tür­lich die Er­zie­hung.

 

Wer sich einen PON an­schaffen möchte, sollte in jedem Fall und vorher seine Wohn­si­tua­tion und das Ver­hältnis zu seinen Nach­barn über­denken.

 

Man kann es, wie ge­sagt, nicht ab­ge­wöhnen, aber man kann es kon­trol­lieren - das klappt selten mit Ge­gen­ge­schrei , denn das könnte ihn sogar an­feuern, also so­zu­sagen „mit­bel­len“ und die er­wünschte Auf­merk­sam­keit seines Ver­halten wird be­stä­tigt/be­lohnt. Be­stä­tigen sie ihn nicht mit Leckerlis wenn er kurz­zeitig ruhig ist, denn auch dies könnte hin bis zur Ty­rannei gehen, fast Er­pres­sung, der Hund bellt um etwas zu be­kommen, be­kommt er es nicht, hört er nicht auf.

 

Ist es „PON-Ty­pisch" ? Nein, aber es gibt viele PONs die so sind !!

 

Wahr ist, das PONs sehr wachsam sind (und sein sollen), das sie sich sehr oft an ein­zelne Per­sonen binden und Fremden ge­gen­über eher di­stan­ziert sind. In ihrer ur­sprüng­li­chen Funk­tion als Hüte- und Treib­hund hat es Sinn ge­macht, ist aber in der heu­tigen Hal­tungs­form nicht mehr un­be­dingt wün­schens­wert. Als Fa­mi­li­en­be­gleit­hund in un­serem Alltag in Städten, Ein­kaufs­zen­tren, über­füllten Hun­de­plätzen und überall dort, wo Men­schen in sämt­li­chen Er­schei­nungs­formen wie Jogger, Rad­fahrer, Nordic Walker, In­li­nes­kater etc. auf­treten, sind Hunde mit großer Wach­sam­keit und ihrem Be­schüt­zerin­stinkt total über­for­dert. Ein Spa­zier­gang darf für Mensch und Tier nicht in Stress aus­arten! Hier emp­fiehlt es sich über eine an­dere Rasse als Fa­mi­li­en­hund nach­zu­denken.

 

Die Kehrseite der Me­daille:

 

Auszug aus einer Email, die ich er­halten habe:

Die meisten Fa­mi­lien und Hun­de­halter sind damit ein­fach über­for­dert. Angna ent­spricht in fast allem dem was ich mir von einem PON wünsch(t)e, inklu­sive ihres starken Schutz­triebes. Sie ist des­halb auch meine Prin­zessin. Das Ein­zige was nicht so toll ist, sie findet an­dere Hunde nicht so pri­ckelnd. Bzw. viele an­dere Hunde können mit Angnas derber Be­grü­ßungs­at­tacke nichts an­fangen und fühlen sich davon be­droht. Bei Be­geg­nungen mit an­deren Hunden ist sie wirk­lich super rü­pelig, laut, frech und mächtig pro­vo­zie­rend. So, als ob sie den an­deren Hund testen wollte ob er ihr Stand hält.

 

PONs haben eine ge­ne­tisch be­dingte er­höhte Er­re­gungs­lage, denn sie sollen wachsam und re­ak­ti­ons­schnell sein, auf­fäl­lige Vor­komm­nisse melden und eine ge­wisse Ei­gen­stän­dig­keit haben. Die Be­wer­tung dar­über was für einen PON oder was für einen Men­schen wichtig (und richtig) ist dürfte häufig un­ein­heit­lich sein… So kann es denn sein, dass ein PON dem ver­meint­li­chen Feind ent­gegen rennt und seiner Em­pö­rung gerne laut­stark Nach­druck ver­leiht. Wer einen PON schon als Welpen zu äl­teren Hunden be­kommt, er­lebt ver­mut­lich häufig das der Jüngste im Rudel „etwas ko­mi­sches“ mel­det  und sich dann um­schaut, wie „die Großen“ sich dazu ver­halten. Mit Ver­stär­kung im Rücken kann sich der kleine PON in Selbst­über­schät­zung und Grö­ßen­wahn üben und auch mal da vorne „Be­scheid sa­gen“. Dabei gibt es für ihn immer etwas zu lernen. Viel­leicht ver­schwindet der „Feind“ gleich wieder weil der kleine PON so mutig war, viel­leicht schimpft der Mensch ganz furchtbar, dann muss diese Art von Feind beim nächsten Mal noch früher und noch lauter ge­meldet werden.

 

(Hunde rie­chen und hören so gut, dass sie Feinde sehr früh er­kennen können. Dabei ent­fernen Hunde fast nie die Augen, von dem was sie an­bellen )

 

Auch dies ist eine So-kann-es-vor­kommen-Si­tua­tion. Es gibt PONs die es un­ver­schämt und be­ängs­ti­gend finden, wenn sich ihnen je­mand in schneller und be­droh­li­cher Art nä­hern, an­dere in­ter­es­siert das nicht.

 

Aber je nachdem, wie Be­geg­nungen in früher Zeit ver­laufen, er­geben sich in Kom­bi­na­tion mit ihrer schnellen Lern­fä­hig­keit Ver­knüp­fungen, die dazu führen können, das PONs eher mal kläf­fend auf ein Ge­gen­über zu­laufen und keinen Bogen drum herum ma­chen. Im All­ge­meinen bleibt es beim Ver­bellen.

 

Na­tür­lich gilt grund­sätz­lich, man kann eine Menge da­gegen tun - je früher desto besser! Man sollte sich mit diesem „Pro­blem“ be­schäf­tigen denn es geht um den Hund und den Abbau von Stress und An­span­nung!

 

Ist es „PON-Ty­pisch" ? Nein, aber es gibt viele PONs die so sind !!

 

Wichtig für Welpen-Käufer:

 

Wer einen Pon als Welpe vom Züchter kaufen möchte, sollte sich selbst­ver­ständ­lich nicht bei einem Mas­sen“­Züch­ter“ um­schauen. Auch wenn man auf In­ter­netseiten lesen kann, wie ge­sund und toll diese Hunde sein sollen, welche Aus­stel­lungs­er­folge er­zielt wurden... Wer ein halbes Dut­zend Würfe pro Jahr zu­lässt (!) kann nicht das Wohl einer Rasse bzw. des Mut­ter­tiers im Auge haben oder für eine op­ti­male Wel­pen­auf­zucht ga­ran­tieren!

 

Dem­nächst:

Auf­zucht / Wel­pen­er­zie­hung / Jung­hund / Pu­bertät

Mög­lich­keiten für er­wach­sene Pro­blem­hunde

Die klas­si­sche Ge­gen­kon­di­tio­nie­rung und De­sen­si­bi­li­sie­rung

 

bis dahin:

Sa­bine Hol­dorf-Spiel­berg

 

 

Ich habe be­reits ein Hand­voll Re­ak­tionen zu diesem Ar­tikel be­kommen, eine Aus­wahl davon werde ich hier ver­öf­fent­li­chen:

 

 

Erster Le­ser­kom­mentar zum Be­richt Psyche des Pon II:

 

 

Der Kom­mentar be­zieht sich auf fol­gende Pas­sage:

„Die Be­wer­tung dar­über was für einen Pon oder was für einen Men­schen wichtig (und richtig) ist dürfte häufig un­ein­heit­lich sein … So kann es denn sein das ein Pon dem ver­meint­li­chen Feind ent­gegen rennt und seiner Em­pö­rung gerne laut­stark Nach­druck ver­leiht.“

 

Er hat mir näm­lich etwas ver­deut­licht. Ich bin ja ei­gent­lich mit dem Ver­halten meiner Hunde sehr zu­frieden. Ich er­warte z.B. nicht, dass sie mit an­deren Hunden gleich gut Freund sind. Aber ich habe oft ein schlechtes Ge­wissen wegen meinen Mit­menschen. Die heut­zu­tage leider der Mei­nung sind, dass Hunde so nett und brav sein müssen wie Steif­tiere. Aber zu meinem ei­genen Schutz habe ich Pons ge­wählt (und keine Steif­tiere). Eine Rasse die dem deut­schen Schä­fer­hund an Cha­rak­terei­gen­schaften am nächsten kommt. Aber dabei nicht so Furcht­ein­flö­ßend aus­sieht wie der DSH.

Ich be­finde mich nun ge­gen­über an­deren Hun­de­be­sit­zern und Men­schen in einem stän­digen Zwie­spalt. Eben weil meine Hunde nicht so sind wie man es heute von Hunden er­wartet. Dass die All­ge­mein­heit tat­säch­lich heute Hunde für le­bende Plüsch­tiere hält, be­stä­tigt mir immer wieder das Ver­halten von Passanten wenn ich mit meinen süßen Mä­dels un­ter­wegs bin. Z.B. werden sie un­ver­mit­telt von Men­schen an­ge­spro­chen. Einmal hat sich im Kaffee, die Hunde lagen un­term Tisch und Aisha war die Vor­derste, eine Frau im Vor­bei­gehen hin­unter ge­beugt, um Winnie zu strei­cheln. Die war da­mals erst 7 Mo­nate alt, also zum Fressen süß. Aber sie hat sich nicht so ver­halten son­dern so­fort ge­keift und nach der Frau ge­schnappt.

Und ehr­lich, ich war nicht mal sauer des­wegen. Denn ich käme nie auf die Idee, mich un­ver­mit­telt zu einem (mir un­be­kannten) un­term Tisch lie­genden Hund hinab zu beugen. Aber so sind die Leute heute. Das war früher an­ders. Da haben die Men­schen mehr Ach­tung vor der even­tu­ellen Ge­fähr­lich­keit von Hunden ge­habt und nicht jeden strei­cheln wollen.

 

 

Zweiter Le­ser­kom­mentar zum Be­richt Psyche des Pon II:

 

Hallo Sa­bine, Du hast die ver­schie­denen Cha­rak­terei­gen­schaften eines Pons sehr gut be­schrieben. Meine zwei Pons sind in ihrem Wesen total ver­schieden. Ginny ist die Ru­hige und Sanfte, Kinder liebt sie über alles. Ge­bellt hat sie nicht einmal wenn es an der Hau­stür ge­läutet hat. Nur auf dem Übungs­platz hat Ginny eher ge­win­selt (ge­weint), wenn sie nach dem Trai­ning und nach dem ge­mein­samen Her­um­toben an­ge­leint wurde, ich durfte sie dann zu mir ins Club­haus nehmen. Nun ist das nicht mehr so, sie wartet ganz lieb mit ihren Hun­de­freunden bis ich sie hole. Ginny macht uns grosse Freude, wir möchten sie nie­mals mehr missen.

Punta ist eine ganz an­dere Ver­tre­terin ihrer Rasse. Sie sprüht voll Tem­pe­ra­ment. Punta bellt wenn es an der Hau­stür klin­gelt. Ginny macht es selbst­ver­ständ­lich nach, hört aber eher wieder auf. Mache ich mich zum Gassi gehen fertig, geht es der Kleinen nicht schnell genug, sie ist total auf­ge­regt, zupft an den Klei­dern die Schuhe trägt sie herum. Punta möchte immer an erster Stelle sein, drängt sich da­zwi­schen, wenn wir Ginny strei­cheln, oder wenn's ums Guet­zeli geben geht. Ist un­sere Kleine unter uns sehr leb­haft, herzig und süss, ist sie den an­deren Fa­mi­lien Mit­glie­dern ge­gen­über sehr di­stan­ziert, ver­steckt sich unter der Eck­bank.

Heute geht Ginny fast auf jeden fremden Men­schen fröh­lich zu. Ich bin sehr ge­spannt wie sich Punta dies­be­züg­lich ent­wi­ckelt.

Liebe Grüsse, Heidi

 
Die Psyche des PON I

Autor: Mal­gor­zata Lula - In­ter­na­tio­naler Richter und PON Züchter

Über­set­zung aus dem Eng­li­schen.

Der Ar­tikel wurde im PO­LISH PON MA­GAZYN in der Aus­gabe No­vember 2001 erst­malig ver­öf­fent­licht.

 

Der Po­lish Low­land Sheepdog (PON) ist ein sehr tem­pe­ra­ment­voller und in­di­vi­du­eller Hund. Der PON ist leb­haft, neu­gierig auf seine Um­welt, ist recht zu­rück­halten mit einem aus­ge­prägten In­stinkt für sein Ter­ri­to­rium. Diese Cha­rak­terei­gen­schaften führen häufig zu Kon­flikten zwi­schen dem neuen Be­sitzer und seinem PON.

 

PON Welpen sind sehr aktiv, ziem­lich laut und greifen gern an. Sie pro­tes­tieren ener­gisch gegen Ein­schrän­kungen und das be­son­ders dann, wenn sie auf den Ge­schmack ge­kommen sind sich im ganzen Haus oder in der Woh­nung frei be­wegen zu können.

 

PONs ei­nigen sich schnell auf eine Ru­del­hier­ar­chie. Sie brau­chen und su­chen den Kon­takt zu ihrem Be­schützen aus den Tagen nach der Ge­burt. Sie ent­wi­ckeln sich schnell, werden früh un­ab­hängig und be­mühen sich be­gierig um eine Ver­bin­dung zu den Men­schen.

 

In ihrem neuen Heim sucht der kleine PON eine lie­be­volle aber dau­er­hafte Fa­milie. Die aus­ge­prägte Energie des Kleinen findet häufig einen Weg um an­spruchs­volle Spiele zu for­dern. Die Welpe muss be­schäf­tigt werden und braucht ge­nü­gend Aus­lauf und möchte spie­lend lernen. Kon­se­quente „Lehr­pro­gramme“, in Ver­bin­dung mit be­grenzter Be­we­gungs­frei­heit und der Mög­lich­keit der Er­kun­dung der Um­ge­bung sind not­wendig. Oft be­nehmen sich PONs ei­gen­sinnig und al­bern, aber das nur ge­spielt.

 

Das freche Jung­tier wird immer ver­su­chen seinen Kopf um jeden Preis durch­zu­setzen. Der Zorn des Be­sit­zers und mög­li­cher Zwang führt genau zum ge­gen­tei­ligen Ef­fekt. Die Welpe wird unter Um­ständen ei­gen­sin­ning und hart­nä­ckig. Er wird ihren An­wei­sungen ge­hor­chen, aber nur damit er wieder seine Ruhe hat. Je­doch, bei pas­sender Ge­le­gen­heit wird er nicht mit ihnen zu­sam­men­ar­beiten, z. B. bei Vor­füh­rungen.

 

Eine Freund­schaft mit einem PON her­zu­stellen ist nicht schwierig, aber es be­darf einer ge­wissen Schlau­heit. Der PON wird ihnen genau so­viel Zu­nei­gung und Re­spekt ent­ge­gen­bringen, wie sie ihm geben.

 

Sogar eine kleine Welpe wird sehr schnell be­greifen, wie weit sie bei ihnen gehen kann und was sie mit Ge­quiet­sche bei ihnen er­reicht. Wenn wir nicht ge­nü­gend Ge­duld und Strenge bei der Aus­füh­rung un­serer Kom­mandos auf­bringen wird der PON schnell seinen Vor­teil nutzen und sich zu einem Haus­ty­rann, einer Ner­ven­säge ent­wi­ckeln oder sich wie Dumm­kopf be­nehmen.

 

Be­son­ders ein psy­chisch starker Rüde kann sich für den in­kon­se­quenten Be­sitzer schnell zu einem Pla­ge­geist ent­wi­ckeln. Das zeigt sich be­son­ders beim Spa­zier- gang, wo der Hund seine ei­genen Wege geht und bei der Missach­tung aller Kom­mandos.

 

Man sollte sich stets vor Augen halten, dass der PON von seiner Her­kunft her nicht mit einem „Schmu­se­hund“ zu ver­glei­chen ist. Der PON war ein ty­pi­scher Hof­wach- hund der be­nutzt wurde um Schafe Rinder und Schweine zu hüten. Der PON ist es ge­wohnt bei der Ar­beit zu bellen. Er ar­beitet schnell, laut und nicht un­be­dingt sanft. Er bellt Ein­dring­linge wü­tend an und ver­sucht oft auch sie zu beißen. Zwei PONs können ohne Pro­bleme eine Kuh in Grenzen halten, ebenso wie einen Ein­dring­ling der es ge­wagt hat „ihr“ Ter­ri­to­rium zu be­treten.

 

Der PON ist der ge­bo­renen Wächter, und er­füllt diese Auf­gabe per­fekt. Er be­wacht sein Ter­ri­to­rium gern, fleißig und sorg­fältig. Nichts ent­geht seiner Auf­merk­sam­keit ! Es ist sehr un­ge­wöhn­lich dass ihn seine Ar­beit frus­triert. Er bleibt immer aktiv und er­war­tungs­voll sowie ent­ge­gen­kom­mend.

 

Die Ten­denz, einen PON wie einen „Schoß­hund“ zu be­han­deln, ver­ur­sacht häufig Pro­bleme. Die Be­schrän­kung dieses Ar­beits­hundes auf Schlafen, Fressen oder seine funk­tion als De­ko­ra­tion ist ein ka­pi­taler Fehler des Be­sit­zers.Fühlt sich ein PON ge­lang­weilt ent­wi­ckelt er seine ei­gene Spiele mit dem Er­gebnis das Dinge im Haus de­mo­liert werden, Lö­cher in den Garten oder die Blu­men­beete ge­graben werden. Even­tuell bellt er stun­den­lang oder kratzt sich.

 

Ein frus­trierter Be­sitzer sperrt den Hund zur Strafe ein, und ver­stärkt damit den Stress mit all seinen mög­li­chen Sym­ptomen. Das hat stän­dige Tier­arzt­be­suche zur Folge um das Kratzen und/oder Haut­pro­bleme zu be­han­deln.

 

Lan­ge­weile, das Fehlen kör­per­li­cher Ak­ti­vität und fal­sches Futter sind oft die Aus­löser für viele ne­ga­tive psy­cho­li­gi­sche Ver­än­de­rungen.

 

Der PON ist leider kein Hund für „Je­der­mann“. Dieser au­ßer­ge­wöh­lich auf­rich­tige und in­tel­li­gente Hund be­nö­tigt einen klugen und kon­se­quenten mensch­li­chen Partner. Ein PON ist kein un­ter­wür­figer Schleimer oder ein stumpf­sin­niger Ge­folgs­mann son­dern ein ener­gie­ge­la­dener fröh­li­cher Partner (ein loyaler Freund). Der Be­sitzer der einen ak­tiven Le­bens­stil pflegt und sich Zeit nimmt für die Fell­pflege, den Hund zu baden, für Spa­zier­gänge, Vor­füh­rungen, Agi­lity und kon­se­quentes Trai­ning wird einen freund­li­chen und wahren Freund finden-für immer! Ja, einen Freund!