P.O.N. - Polski Owczarek Nizinny


Allgemeine Erscheinung und Verhaltensmerkmale

PONDer Pol­ni­sche Nie­de­rungs­hü­te­hund ist von mitt­lerer Grösse, ge­drungen, kräftig, mus­kulös, mit langem und dichtem Fell, von leb­haftem, aber ge­mäs­sigtem Tem­pe­ra­ment, wachsam, wendig, in­tel­li­gent, aus­ge­stattet mit gutem Ge­dächtnis und Auf­nah­me­be­reit­schaft. Er ist wi­der­stands­fähig ge­gen­über un­güns­tigen kli­ma­ti­schen Ge­ge­ben­heiten.

Typus
Der Hund muss den Typus eines Ge­brauchs­hundes be­wahren; in­folge dessen darf seine Kör­per­grösse den Stan­dard nicht un­ter­schreiten; er darf weder zu schwach noch zu emp­find­lich sein.

Ver­wen­dung
Leicht zu führen. Er ar­beitet als Hüte- und Wach­hund. In das städ­ti­sche Leben ver­setzt ist er ein guter Be­gleit­hund. Gut ge­pflegt gibt ihm sein Haar­kleid ein an­zie­hendes und in­ter­essantes Äus­seres.

Ur­sprungs­land
Polen

Wi­der­rist­höhe
Rüden 45 - 50 cm
Hün­dinnen 42 - 47 cm

Ver­hältnis Kör­per­höhe zu Kör­per­länge
9 : 10

 

 

 
Rassestandard

PONRas­se­stan­dard

Ur­sprung: Polen
All­ge­meine Er­schei­nung und Ver­hal­tens­weise: Der Pol­ni­sche Nie­de­rungs­hü­te­hund ist ein Hund von mitt­lerer Größe, ge­drungen, kräftig, mus­kulös, mit langem und dichtem Fell, von leb­haftem aber ge­mä­ßigten Tem­pe­ra­ment, wachsam, wendig, in­tel­li­gent, aus­ge­stattet mit gutem Ge­dächtnis und Auf­nah­me­be­reit­schaft. Er ist wi­der­stands­fähig ge­gen­über un­güns­tigen kli­ma­ti­schen Ge­ge­ben­heiten.
Wi­der­rist­höhe: Rüden: 45-50 cm, Hün­dinnen: 42-47 cm
Ver­hältnis Kör­per­höhe zu Kör­per­länge: 9 : 10
Typus: Der Hund muß den Typus eines Ge­brauchs­hundes be­wahren; in­fol­ge­dessen darf seine Kör­per­größe den Stan­dard nicht un­ter­schreiten; er darf weder zu schwach nch emp­find­lich sein.
Ver­wen­dung: Leicht zu führen, er ar­beitet als Hüte- und Wach­hund. In das städ­ti­sche Leben ver­setzt ist er ein guter Be­gleit­hund. Gut ge­pflegt gibt ihm sein Haar­kleid ein an­zie­hendes und in­ter­essantes Aus­sehen.

Kopf

Ge­samt­be­schrei­bung: Von mitt­lerer, pro­por­tio­nierter Größe, nicht zu groß. Sein bu­schiges Haar auf Stirn, Wangen und Kinn lassen den Kopf größer er­scheinen als er tat­säch­lich ist.
Schädel: Nicht über­trieben breit, leich ge­wölbt. Stirn­furche und Hin­ter­haupt­bein er­kennbar.
Stop: Gut aus­ge­prägt.
Fang: Na­sen­rücken ge­rade, kräf­tige Kiefer.
Nase: Kräftig, stumpf, mit weiten Na­sen­öff­nungen, unter Be­rück­sich­ti­gung der Fell­farbe so dunkel wie nur mög­lich.
Lefzen: An­lie­gend, Ränder von glei­cher Farbe wie die Nase.
Zähne: Kräf­tiges, re­gel­ge­rechtes Gebiß, Scheren- oder Zan­genbiß.
Augen: Von mitt­lerer Größe, oval, nicht her­vor­tre­tend, von ha­sel­nuß­brauner Farbe, mit leb­haftem und
durch­drin­gendem Blick. Die Lidränder sind dunkel.
Ohren: Hän­gend, ziem­lich hoch an­ge­setzt, von mitt­lerer Größe, herz­förmig, breit an der Basis; der vor­dere Rand liegt an den Wangen an; Ohren auf­merksam ge­tragen.

PONHals

Von mitt­lerer Länge, kräftig, mus­kulös, ohne Wamme, eher ho­ri­zontal ge­tragen.

Rumpf

Sil­hou­ette: Mehr recht­e­ckig als qua­dra­tisch.
Wi­der­rist: gut be­tont.
Rücken: flach, stark be­mus­kelt.
Lenden: breit, gut ge­fügt.
Kruppe: kurz, leicht ab­ge­stumpft.
Brust­kasten: Tief, von mitt­lerer Breite, die Rippen ziem­lich ge­bogen, weder flach noch ton­nen­förmig.
Bauch: Zeigt eine ele­gant zur hin­teren Körper­re­gion ver­lau­fende Bo­gen­linie.

Rute

Von Ge­burt kurz, ver­kürzt oder ku­piert. In den Län­dern, wo das Ku­pieren der Rute ge­setz­lich ver­boten ist, ist eine lange Rute kein Fehler.

Vor­dere Glied­maßen

Aus der Vorder- und Sei­ten­an­sicht: Im Lot. Dank eines kräf­tigen Ske­letts gut aus­ge­gli­chener Stand.
Schul­tern: Breit, von mitt­lerer Länge, schräg, klar um­rissen, stark be­mus­kelt.
Vor­der­mit­telfuß: leicht schräg zum Un­terarm lie­gend.
Pfoten: Oval, ge­schlossen, leicht ge­wölbt, recht harte Soh­len­kissen. Krallen kurz, so dunkel wie mög­lich.

PONHin­tere Glied­maßen:

Von hinten ge­sehen: Senk­recht, gut ge­win­kelt.
Schenkel: Breit, gut be­mus­kelt.
Sprung­ge­lenke: Gut aus­ge­bildet.
Pfoten: kom­pakt, oval.
Gangart: Leicht­füßig und raum­grei­fend. Schritt oder ein gleich­mä­ßiger Trab (ohne große Ver­ti­kal­be­we­gung). Im lang­samen Schritt hat die Rasse häufig den Drang zum Paß­gang.

Haut

Gut an­lie­gend, ohne jede Fal­ten­bil­dung.

Fell

Der ganze Körper ist von derbem, dichtem, dickem und reich vor­han­denem Fell be­deckt; weiche Un­ter­wolle. Ge­rades oder leicht ge­welltes Haar an­nehmbar. Die von der Stirn fal­lenden Haare be­de­cken die Stirn auf cha­rak­te­ris­ti­sche Weise.

Farben

Alle Farben und Fle­cken sind er­laubt.

PONFehler

Jede Ab­wei­chung von den vor­ge­nannten Punkten muß als Fehler an­ge­sehen werden, dessen Be­wer­tung im ge­nauen Ver­hältnis zum Grad der Ab­wei­chung stehen sollte.

N.B.: Rüden sollten zwei of­fen­sicht­lich normal ent­wi­ckelte Hoden auf­weisen, die sich voll­ständig im Ho­den­sack be­finden.

 
Die Geschichte der PON-Zucht

Die Ge­schichte der PON-Zucht

Dieser Text ba­siert auf einem Ar­tikel von Prof. Dya­kowska, Grün­dungs­mit­glied und lang­jäh­riges Vor­stands­mit­glied des PON-Klubs Polen.

Die ersten schrift­li­chen In­for­ma­tionen über die Rasse da­tieren aus dem 16. Jahr­hun­dert. Pa­ra­do­xer­weise stammen diese ersten Ver­öf­fent­li­chungen aus Eng­land. Die in­zwi­schen ver­stor­bene Mrs. Wil­lison, als deren Ver­dienst es gilt, aus dem Be­arded Collie einen mo­dernen Aus­stel­lungs­hund ge­schaffen zu haben, schrieb in ihrem Buch:

"Um 1415 trieben die Polen mit an­deren Län­dern Handel, und es exis­tieren ge­naue Auf­zeich­nungen über die Ge­schäfte eines ge­wissen G. Grabski, der mit seinem Han­dels­schiff von Danzig nach Schott­land se­gelte, um Ge­treide gegen schot­ti­sche Schafe zu tau­schen. An Bord seines Schiffes be­fanden sich auch sechs Pol­ni­sche Nie­de­rungs­hü­te­hunde."
Sch­liess­lich wurden drei dieser Hunde für einen ge­ringen Preis an einen schot­ti­schen Schäfer ver­kauft, der sie ihrer her­vor­ra­genden Ar­beit wegen be­wun­derte.

Die nächste In­for­ma­tion stammt aus dem sieb­zehnten Jahr­hun­dert. Der lang­haa­rige, mit­tel­grosse Hir­ten­hund wird in einer schrift­li­chen An­ord­nung der Prin­zessin Ja­blo­nowska er­wähnt, in der sie be­fahl, dass solche Hunde wegen ihrer her­vor­ra­genden Ar­beits­qua­li­täten von den Schä­fern ihrer Län­de­reien in Pod­lasie (nord­öst­li­ches Polen) zu halten seien.

Im Jahre 1779 be­schrieb Chri­sto­pher Kluk, ein aner­kannter Zoo­logie- und Bo­tanik-Autor, einen Hund, der mit ziem­li­cher Si­cher­heit als Ahne des Ni­zinny an­ge­sehen werden darf. Auf­grund des zot­te­ligen Fells be­nutzte er das Wort "Pudel":
" ... Pudel, im all­ge­meinen mit­tel­gross, zot­telig, sind sehr schlaue Hunde und haben fast mensch­liche In­tel­li­genz. Kein an­derer Hund kann mit ihnen im Hüten von Herden ver­gli­chen werden."

Die Auf­zeich­nungen zeigen, dass der mit­tel­grosse, zot­te­lige Hü­te­hund seit Jahr­hun­derten in Polen exis­tierte, vor­nehm­lich im öst­li­chen und nörd­li­chen Teil. Es gibt keinen Zweifel, dass dieser Hund von einem asia­ti­schen Schä­fer­hund (Typ Tibet-Ter­rier) ab­stammt, der eben­falls der Urahn des Puli, des Ka­ta­lanen, des Scha­pen­does und an­derer Rassen ist. Da die Rasse zu­meist wegen ihrer Ar­beits­qua­lität ge­halten wurde, wurde auf den Typ über­haupt nicht ge­achtet...

An­fang un­seres Jahr­hun­derts, als das In­ter­esse an der Zucht rein­ras­siger Tiere in Polen auch bei den Hunden be­gann, rich­tete sich das In­ter­esse ei­niger Leute auch auf diese in­tel­li­genten länd­li­chen Hunde. Den An­fang der Zucht ver­danken wir den drei Damen Maria Czet­we­r­inska-Gro­cholska, Wanda und Róza Zól­towska.

Prin­zessin Gro­cholska hatte ei­nige Hunde ähn­li­chen Typs ge­kauft und be­gann mit ihrer Zucht auf dem Gut in Planta (öst­li­ches Polen). Zum ersten Mal stellte sie zwei ihrer Hunde 1924 aus. Die Hunde waren von un­be­kannter Her­kunft, aber ab 1930 stellte sie ihre selbst­ge­züch­teten Tiere aus. Ihre Spit­zen­zucht­hün­dinnen waren Fajka und Fryka, ihre Spit­zen­zuchtrüden Sep und Wykop.

Die Damen Zol­tow­skie be­gannen in den 30-er Jahren zu züchten; ihr erstes Zucht­paar stammte aus Planta (na­ment­lich Fa­jkus z Planty und Tuska z Planty). Sie züch­teten fünf Würfe mit diesem Paar. Alle diese Hunde waren ziem­lich ähn­lich im Typ: mit­tel­gross, rein weiss oder bis­quit-farben mit dunklen Ab­zei­chen am Kopf. Die meisten von ihnen waren von Ge­burt her kurz­rutig.

Die Pio­nier­ar­beit dieser Damen be­wirkte ein wach­sendes In­ter­esse an der Rasse. 1937 wurde ein Ar­tikel über ein For­schungs­pro­gramm zur Fes­ti­gung und Ent­wick­lung der Rasse in einer of­fi­zi­ellen Zei­tung der Ar­beits­hun­de­ge­sell­schaft, "Mein Hund", ver­öf­fent­licht. Frau Zol­towska schrieb dort:
"In un­serer Re­gion (d.h. im öst­li­chen Teil Po­lens) fanden wir einen spe­zi­ellen Typ von Hü­te­hunden. Der Zuchttyp bleibt, ob­wohl die Land­be­völ­ke­rung ihm keine be­son­dere Be­ach­tung schenkt, stark und ein­heit­lich. In un­serer Zucht haben wir nie Welpen un­ter­schied­li­chen Typs, Fells oder Farbe ge­sehen.Diese Hunde sind be­geis­tert von der Ar­beit mit Schafen und Kühen. Auch sind sie gute Wach­hunde. Dar­über hinaus sind sie auch sehr in­tel­li­gente, freund­liche Haus­tiere."

Der zweite Welt­krieg zer­störte die Be­mü­hungen, die Zucht des Polski Ow­czarek Ni­zinny zu be­ginnen. Frau Zol­towska hatte den Krieg und den War­schauer Auf­stand mit zweien ihrer Hunde über­lebt. Später liess sie sich in Krakau nieder - mehr ist von ihr nicht be­kannt.

Erst als der pol­ni­sche Ver­band 1948 ge­gründet wurde, wurden in Byd­goszcz (nörd­li­cher Teil Po­lens) neue Ver­suche un­ter­nommen, die Rase zu retten und zu fes­tigen. Pio­nier­züchter er­hielten starke Un­ter­stüt­zung durch die dor­tigen Of­fi­zi­ellen, und Dank muss der ver­stor­benen Frau Du­bro­wi­nowa ge­zollt werden, die den ganzen Plan zur neuen Eta­blie­rung der Rasse or­ga­ni­siert hatte.

Die Pio­nier­züchter waren die ver­stor­bene Frau Ku­sio­no­wicz, Byd­goszcz - ihr Zwinger "Babia Wies" exis­tierte bis 1956 - und die Stütze der Zucht, Frau Dr. Hry­nie­wicz mit ihrem Zwinger "Kor­de­garda", die auch heute noch züchtet. Frau Dr. Hry­nie­wicz liess sich 1945 zu­nächst in einem kleinen Dorf an der Ostsee nieder. Später zog sie in die Klein­stadt Leba, wo sie auch heute noch lebt. Als Tierärztin und Züch­terin ei­niger an­derer Rassen war sie von den ein­hei­mi­schen Schä­fer­hunden be­geis­tert. Sie kaufte zwei Exem­plare - Kurta und Laska - von einem Lands­mann. Bald nahm sie Kon­takt mit Frau Ku­sio­no­wicz auf und kaufte zwei ihrer Welpen. Sch­liess­lich er­hielt sie eine weisse Hündin aus Krakau, die sehr stark den Vor­kriegs­hunden äh­nelte. Es ist gut mög­lich, dass die Hündin von dem Zol­towska-Paar, das den Krieg über­lebt hatte, ab­stammte.

1957 wurden vier pol­ni­sche Nie­de­rungs­hü­te­hunde in Byd­goszcz aus­ge­stellt. Es gab keinen Ras­se­stan­dard, aber der do­mi­nie­rende und be­vor­zugte Typ war mit­tel­gross, leb­haft, auf­merksam und hatte zot­te­liges (nie­mals sei­diges oder wol­liges) Fell und zeigte keine Ähn­lich­keit mit dem Pudel oder dem Mal­teser. Der Ras­se­stan­dard (ge­schrieben von Frau Du­bro­wi­nowa) wurde 1949 ak­zep­tiert.

In der Zwi­schen­zeit züch­tete Frau Dr. Hry­ne­wicz den be­kannten Hund "Smok z Kor­de­gardy" aus der Ver­paa­rung Kurta und und Laska. Smok wurde der "Vater der Rasse". Schon bald wurde im Kor­de­gardy starke In­zucht auf ihn be­trieben. Glück­li­cher­weise brachte diese In­zucht die Ver­ein­heit­li­chung des Ras­se­typs ohne Erb­fehler. der nächste be­kannte Hund dieses Zwin­gers war der 1976 ge­bo­rene "Doman z Kor­de­gardy".

Erst nach 1970 nahm die Po­pu­la­rität dieser Rasse zu. Viele neue Züchter be­gannen mit der Zucht - vor­nehm­lich mit Hunden, die von Dr. Hry­nie­wicz ge­züchtet worden waren, ei­nige be­nutzten aber auch Hün­dinnen mit un­be­kannter Ab­stam­mung. Ge­gen­wärtig wird die Zahl der in ihrem Ur­sprungs­land vom pol­ni­schen Hun­de­ver­band re­gis­trierten pol­ni­schen Nie­de­rungs­hü­te­hunde auf ca. 2'600 re­gis­trierte Exem­plare ge­schätzt.
Das In­ter­esse an der Rasse bleibt stark und stabil, ohne dass aus dem Polski Ow­czarek Ni­zinny ein Mo­de­hund zu werden droht.